Hurra! Wir fliegen!

Freitag, 13. August 2010

Freitag, der dreizehnte… ein Tag wie jeder andere?!? Kein Grund für Schwarzmalerei oder gar Phobien lesen wir heute in unserer Tageszeitung.

Für uns ist dieser 13. der Start für die nächsten drei Wochen in Kenya. Nachmittags um 15.20 Uhr soll der Flieger zuerst von Düsseldorf nach Kairo und von dort weiter nach Nairobi starten. Unsere Plätze sind bereits gebucht, alle Einreisepapiere ausgefüllt. 90 kg Gepäck plus Fotorucksack und wir beide warten auf Jeannine, die uns zum Flughafen bringen wird.

„Wollt ihr auswandern? Seid ihr sicher, dass ihr auch ein Rückflugticket gebucht habt?“, begrüßt sie uns. Natürlich sind wir sicher und auswandern wollen wir auch nicht. Aber bei zwei freien Gepäckstücken à 23 Kilo pro Person nehmen wir dieses Mal alles mit, was uns in Kenya für unsere Campingausrüstung noch fehlt. Außerdem liebt unsere gute Freundin Elvira Weichkäse in allen Variationen über alles und feiert zudem noch einen runden Geburtstag.

Egypt Air ist im Preis/Leistungsvergleich für uns einfach der Star unter den Airlines.
Das Einchecken in Düsseldorf geht schnell und problemlos. Langsam bummeln wir zum Gate 89. Noch nie sind wir pünktlich abgeflogen und dieser Linie bleiben wir auch weiterhin treu. Egypt Air meldet ein technisches Problem; weitere Informationen gibt es gegen 16.00 Uhr.

Freitag, der Dreizehnte? Wir nehmen es gelassen, suchen uns erst einmal ein gemütliches Sitzplätzchen, packen unseren Lesestoff aus und warten…

Um 16.20 Uhr beginnt dann endlich das Boarding und um 17.00 Uhr heben wir mit einer Verspätung von 1 Std.40Min. endlich Richtung Süden ab.

Unser Anschlussflug ab Kairo nach Nairobi soll schon um 21.40 Uhr starten. Für die Umladung des Gepäcks wird es auf jeden Fall knapp. Ob die Zeit für uns reicht, wird sich noch herausstellen.
Der Bildschirm im Flugzeug zeigt als Ankunftszeit in Kairo 22.34 Uhr an. Das ist schlecht! Da ist unser Flieger leider schon in der Luft. Wir dürfen also gespannt sein, wann wir in Nairobi ankommen.

Freitag, der Dreizehnte? Um 22.08 Uhr landen wir in Kairo. 20 Minuten später erreichen wir das Flughafengebäude. Ein paar Pläne haben wir für unseren wahrscheinlich unfreiwilligen Tagesaufenthalt in Kairo schon geschmiedet.
Doch weit gefehlt! Wir werden schon an der Rolltreppe, die uns nicht vergönnt ist, erwartet. „Nairobi flight? Lokan? Zbrug? Come on, quickly, quickly!“, werden wir die kommenden 1,5 -2 km quer durch das Flughafengebäude von 2 jungen Airport-Mitarbeitern angetrieben. Wir rennen hinterher, ehrgeizig bemüht, nicht schlapp zu machen. Das Handgepäck wird immer schwerer, die Arme lang und länger und unsere Lungen kochen. Armer Joachim – er schleppt schwer an unserem großen Fotorucksack.
Unser Boarding-Pass bekommt im Vorbeilaufen einen Stempel, die Pässe werden gar nicht mehr kontrolliert. Lediglich das Handgepäck werfen wir – vorbei an einer wartenden Menschenschlange - noch schnell auf das Kontrollband, passieren im Laufschritt die Sicherheitsschleuse, schnappen unser Gepäck wieder und weiter geht’s. Keiner guckt mehr wirklich hin. Nicht mal hier gibt es eine kleine Verschnaufpause. Völlig fertig kommen wir um 22.45 Uhr im schon voll besetzten Flugzeug an. Wie lange die Passagiere hier schon sitzen und nur auf uns warten, wissen wir nicht.
Unser Gepäck schreiben wir für morgen schon mal ab. Die nächste Maschine startet erst am Samstagabend, so dass wir am Sonntagmorgen wohl noch mal zum Flughafen raus und unsere Rucksäcke und Koffer abholen müssen. Aber auch hier irren wir. Der Kapitän sagt tatsächlich durch, dass wir jetzt noch auf „the passengers luggage“ warten.

Endlich, um 23.07 Uhr rollen wir auf die Startbahn von der wir 5 Minuten später schon abheben.

92kg Freigepäck, das Warten einer ganzen Maschine auf 2 Passagiere und dann noch auf das Umladen unseres Gepäcks bei einem Flugpreis von 486 € p.P. erhebt Egypt Air für uns zur Königsklasse! Chapeau!!!

Freitag, der Dreizehnte? Leider ja! Als wir in Nairobi ankommen (es ist ja eigentlich schon Samstag, der Vierzehnte), sind wir zwar schnell durch den Visabereich. Dafür stehen wir uns am Gepäckband die Beine in den Bauch, nur um festzustellen, dass unsere Stücke nicht dabei sind. Am Serviceschalter geben wir mal wieder unsere „Vermisstenanzeige“ auf. Morgen Nacht soll unser Gepäck dann wohl mit der nächsten Egyptair-Maschine ankommen, so dass wir es am Sonntag abholen können.

Wir nehmen uns ein Taxi und lassen uns nach Lavington zu Elvira chauffieren, wo wir nach einem langen Tag und einer gefühlt noch längeren Nacht um 5.30 Uhr ankommen. Auch wenn wir alle völlig übermüdet sind, muss doch – wie immer – ein kurzer erster Plausch einfach sein. Doch eine Stunde später wollen wir uns doch noch eine Mütze Schlaf gönnen.

Reiseplanänderung

Samstag, 14. August 2010


Unserer ursprünglichen Planung zufolge wollten wir heute ja eigentlich zum Lake Naivasha fahren und am Montagnachmittag nach Nairobi zurückkehren, um mit Elvira in ihren runden Geburtstag reinzufeiern. Nun macht uns das fehlende Gepäck einen Strich durch die Planung. So bleiben wir erst einmal ein paar Tage in Nairobi, akklimatisieren uns, chillen ein bisschen und werden dann am Dienstag früh morgens in die Masai Mara aufbrechen.

Nachdem wir uns einigermaßen ausgeschlafen haben, fahren wir mit Elvira in die Slums, um Fleisch zu holen. Statt wie geplant Ziegenfleisch zu kaufen, nimmt Elvira ein paar Kilo Steak und jede Menge Hackfleisch für ihre Hunde mit. Wir wollen lieber Filet haben, auch wenn die Steaks wirklich gut aussehen.

So fahren wir nach einem ausgiebigen Frühstück später noch mal los, um selbst ein paar Einkäufe zu erledigen, im Nakumatt Prestige Geld umzutauschen und im Nakumatt Jungle Junction ein bisschen zu bummeln. Der Wechselkurs ist heute schlecht wie schon lange nicht mehr: 101.50.
Im Adams Valley finden wir auf Elviras Empfehlung einen Metzger, der wirklich gut sortiert ist und bei dem wir zwei gute Stücke abgehangenes Filet erhalten. Erst am Nachmittag kehren wir zurück und genießen die Ruhe, das Nichtstun, Spielen mit den Hunden, Lesen und Erzählen.

Abends kocht Joachim für Elvira und mich. Wir brauchen nicht einmal spülen und die Küche in Ordnung bringen, Das erledigt am Montag Maria, Elviras Haushaltshilfe. Ein wenig plagt mich ja das schlechte Gewissen, bin ich es doch nicht gewohnt einfach alles stehen zu lassen. Aber es ist doch auch herrlich, mal nur so in den Tag hineinzuleben.

Bevor wir schlafen gehen, bereiten wir uns eine heiße Wärmeflasche für’s Bett, denn es ist abends ganz schön kalt in Nairobi und das Thermometer fällt in der Nacht noch weiter.

Morgen früh holen wir unser Gepäck vom Flughafen ab und gönnen uns dann eine warme Dusche und frische Klamotten.

The same procedere

Sonntag, 15.August 2010

 

Heute können wir unser Gepäck abholen. Bevor wir den Weg zum Flughafen umsonst fahren, rufen wir erst einmal dort an und lassen uns bestätigen, dass alle Gepäckstücke angekommen sind.

Das Procedere am Flughafen kennen wir ja schon: Zuerst müssen wir im Security Office unsere Reisepässe abliefern und erhalten dafür einen Visitor-Ausweis, der uns den Zutritt über eine Sicherheitsschleuse in das Flughafen-Ankunftsgebäude ermöglicht. Dort wenden wir uns gleich an den Serviceschalter, wo wir prompt bedient werden. Unser Gepäck lagert in einem verschlossenen Käfig neben den Gepäckbändern. Noch eine Unterschrift, mit der wir den ordnungsgemäßen Empfang bestätigen und schon marschieren wir auf den Ausgang zu.

Keine Kontrolle, kein Zoll… oder doch! Wer hier mit 4 dicken Gepäckstücken so zielstrebig raus will, der muss dann doch einem herbeieilenden Beamten wenigstens noch mündlich erklären, was die Rucksäcke und Koffer alles enthalten.
„No presents, only our own clothes, tools, blankets and pillows for our campingsafari“, erkläre ich freundlich lächelnd, während Joachim unbeteiligt dreinschauend etwas abseits wartet. Ich mache schon mal Anstalten, den Treckingrucksack zu öffnen und frage: “Do you want to have a look?“
„No, no, it’s ok“, lautet die Antwort. „Have a nice time in Kenya.“
“Asante sana! See you next time”, lächle ich ihn noch einmal an und schon sind wir draußen.

Wir tauschen unsere Visitor-Ausweise wieder gegen unsere Pässe ein und machen uns auf den Rückweg in Stadt.

Am Nakumatt Junction, Ngong Road/Dagoretti Corner treffen wir uns mit Nicholas, einem alten Bekannten. Er hat uns vor 3 Jahren, als wir unsere erste Selbstfahrertour durch Kenya gemacht haben, geholfen ein günstiges Hotel und eine Autovermietung zu finden. Außerdem hat er uns mit Nairobi vertraut gemacht. Die Autovermietung war zwar nicht gut, aber der Kontakt mit Nicholas ist im Laufe der Jahre trotz der Entfernung dank SMS und E-Mails nie ganz abgebrochen. So ist es einfach schön, sich wiederzusehen und mal in Ruhe zu erzählen, wie es jedem von uns ergangen ist.

Es ist schon später Nachmittag, als wir wieder bei Elvira eintreffen. Dort leeren wir unsere Gepäckstücke, legen den Käse für Elvira, der auf seiner langen Reise doch etwas im Aussehen gelitten hat, in den Kühlschrank und verstauen die restlichen Lebensmittel aus der Heimat, sowie Werkzeug und verschiedene Materialien für die Vervollständigung unserer Campingausstattung im Auto.

Viel zu schnell ist es wieder dunkel und damit wird es gleich auch wieder empfindlich kalt. Auch heute Abend gehen wir mit einer heißen Wärmeflasche und dicker Steppdecke ins Bett.

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