Catching the Logbook

Freitag,den 26.2.2010

Wir schlafen  wieder wunderbar in Elviras Gästezimmer. Lediglich eine einzelne Mücke treibt in der Nacht ihr Unwesen. Im Halbschlaf merke ich, dass Joachim aufsteht, erst sich selbst und  schließlich meine unbedeckten Körperteile mit Autan besprüht.

Trotz des ekligen Autan-Gestanks schlafe ich schnell wieder ein, wozu sicher auch das einlullende Gequake der zahlreichen Kröten in Elviras Garten beiträgt. Nicht dass es übermäßig nass in Nairobi ist. Dennoch haben die Kröten im Garten ein wahres Paradies gefunden. Eine städtische Wasserleitung ist defekt und trägt nun zu einem hübschen Fließ-Wassergraben im Garten bei. Tausende Kaulquappen tummeln sich im Wasser und finden hier ideale Lebensbedingungen.

Wir stehen nicht allzu spät auf und bewundern erst einmal bei Tageslicht unseren nun grünen Landrover. Joseph hat die Lackier- und Dichtungsarbeiten am Auto gut überwacht.

Ein guter und zuverlässiger Begleiter in Kenya...
unser Landrover - nun in sattem safarigrün

Nach einem ordentlichen Frühstück machen wir uns um 10.00 Uhr auf den Weg zum Times Tower. Dort soll unser Logbook liegen. Da Elvira sich Ende letzten Jahres schon um eine Versicherung für unser Auto gekümmert hat, müssen wir nicht mit dem Matatu fahren.

Wir nehmen Joseph mit, der auch noch etwas in der Stadt zu erledigen hat. Fünfundvierzig Minuten quälen wir uns mal wieder durch den dichten Straßenverkehr Nairobis – nur um innerhalb von 5 Minuten (kaum zu glauben, aber wahr!!!) im Customers Care Desk zu erfahren, dass unser Logbook am 24.11.2009 an die von uns angegebene POBox geschickt wurde. Mehr ist dem PC dort nicht zu entlocken. Na, das ist ja erst mal nichts Neues für uns.  Wir hegen nun die große Hoffnung, dass sich unser Fahrzeugbrief tatsächlich noch im Postoffice befindet.

Der ganz normale Alltag - traffic-jam in Nairobi

Also warten wir auf Joseph, der heute seine Aufträge auch schnell erledigt hat, und fahren ans andere Ende der Stadt – nach Karen zur POBox.

Unterwegs wechseln wir noch schnell in einer Wechselstube ein paar Euro. Wir zeigen uns sehr betrübt angesichts des schlechten Kurses von 102,50 und feilschen um einen besseren, weil wir je nach Angebot gleich 500 oder sogar 1000 € in großen Scheinen umtauschen wollen. Wir erhalten 103,40. Auch nicht wirklich gut, aber wir brauchen die Kenia-Schillinge!

Im Postoffice in Karen erfahren wir, dass unser Logbook am 8.2.2010 zum GPO – dem General Post Office geschickt wurde. Wir erhalten einen kleinen Zettel mit einer Bearbeitungsnummer. Anhand dieser müssten sie unseren Brief im GPO finden.

Wir quälen uns zurück in die Stadt – einmal quer durch den Nairobi-Traffic. Das GPO liegt gegenüber dem Nyuyali-House. Das Gebäude ist unverkennbar, ragt doch DER Johhny Walker überlebensgroß an der Außenfassade weithin über die Stadt. Na, da sind wir doch heute Morgen schon mal ganz nah dran gewesen!

General Post Office

Im GPO braucht die freundliche Dame eine gute halbe Stunde, um die Records – die Rücksendungen – anhand der Nummer, die wir ihr geben, zu überprüfen und uns dann mitzuteilen, dass unsere Post am 19.2.2010 zum Times Tower zurück gesendet wurde. Das gibt’s doch nicht! Wir sind nur eine Woche zu spät und spielen jetzt fangen mit unserem Fahrzeugpapier!

Also stapfen wir um 13.20 Uhr mit strammem Schritt wieder mal zum Times Tower und stellen uns erneut in die Schlange am Customer Help Desk. Joachim wird wohl in der Zwischenzeit irgendwo einen Parkplatz gefunden haben. Den kann ich später noch anrufen und ihm sagen wo er uns aufpicken soll. Wer weiß denn jetzt schon, wohin man uns noch treibt?

Erst einmal warten wir natürlich vor der Türe, weil ja gerade Lunchtime und dadurch das Office nicht besetzt ist.

Um 14.15 Uhr kommt endlich Bewegung in die Menschenschlange vor dem Büro. Lunch-Time ist over! Das Büro wird geöffnet!

Als 9. stehen wir noch relativ weit vorne in der Reihe und erhalten bereits nach 10 Minuten die Auskunft, dass heute doch erst der 26. Februar und demzufolge das Logbook noch nicht im PC gelistet ist. Sie brauchen noch 5 weitere Arbeitstage – also bis nächste Woche Freitag – aber dann sei es ganz sicher, dass unser Fahrzeugbrief für mich im Times Tower zur Abholung bereit liegt.

Ich erkläre der Dame, dass wir in 5 Tagen schon wieder zurück nach Deutschland fliegen (stimmt zwar nicht – aber vielleicht hilft es ja!). Na gut – es hilft nicht – No chance, to get it today! Das Mädel am Schreibtisch scheint es tatsächlich zu bedauern. Ob es uns wesentlich vorwärts bringt, dass wir sie auf kommenden Dienstag als Abholtag herunter handeln, bezweifle ich sehr.

Aber während der Diskussion reift ja schon ein neuer Plan in meinem Hirn: Wir fahren erst einmal eine Woche nach Samburu, kommen zurück nach Nairobi, holen Freitag das Logbook ab und fahren dann weiter nach Tanzania. Wir ordern per Handy Joachim mit dem Landrover zum Times Tower und fahren endlich um 14.40 Uhr zurück zu Elvira.

Bei einem heißen Cappucchino besprechen wir meine Idee. Joachim ist einverstanden und so schreiben wir unsere Einkaufliste, z.B. Lebensmittel und Diverses für die kommenden Tage. Unser Einkauf im Lavington Green Center ist schnell erledigt. In den Slums fahren wir eine kleine Metallwerkstatt an und geben noch einen Grill in Auftrag, den wir morgen früh um 9.00 Uhr abholen können. Anschließend sichten wir unsere Ausrüstung und packen das Auto safarifertig.  Leider ist unser Spannungswandler unauffindbar. Da wir aber reichlich Akkus für unsere Kameras im Gepäck haben, machen wir uns erst einmal nicht allzu große Sorgen um das fehlende Gerät. Lediglich die Luftmatratzen müssen wir nun mit eigener Puste statt mit dem elektrischen Gebläse füllen.

Es ist schon spät, als Joachim schnell noch ein warmes Abendessen zaubert. Doch das Rindersteak, das wir heute Mittag beim Fleischer gekauft haben, erweist sich als zähes, ledernes Fleischstück, auf dem wir lange kauen müssen. Rindfleisch in Kenya stammt halt von etwas älteren Tieren, die mehr Bewegung genossen haben, als bdie Tiere bei uns daheim.

Wir recken und strecken unsere müden Glieder, als wir endlich im Bett liegen und schlafen schnell ein.

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