Cheetah, Chui & Co – Alle ausgewandert?

Dienstag, den 2.3.2010

Heute brechen wir früh um 6.30 Uhr auf, um auf Leopardenpirsch zu gehen. Doch bis zum Frühstück um 8.30  Uhr bleibt uns Chui weiterhin verborgen. Uns fällt hier in Samburu immer wieder auf, dass es relativ wenig und nur kleine Gruppen, oft sogar nur einzelne Tiere, Kleinwild gibt. Das könnte natürlich auch noch eine Folge der letzten Dürre sein. Doch um das zu beurteilen, kennen wir Samburu zu wenig.

Auch wenn wir Chui nicht begegnen, verläuft unsere Frühpirsch nicht ganz erfolglos. Eine Gruppe von 9 Gerenuks läuft mal nicht vor uns davon und ich bekomme endlich meine Bilder von den sich aufrichtenden eleganten Giraffenhalsgazellen beim Fressen. Wir können gut beobachten, wie sie erst mit den Hinterbeinen festen Halt suchen, sich dann mit den Vorderpfoten aufrichten und das Buschwerk ergreifen und schließlich das frische Grün fressen.

Auch einer größeren Gruppe Oryxantilopen begegnen wir. Bisher haben wir ja nur einzelne oder maximal zwei Tiere gesehen.

Um 10.15 Uhr fahren wir Richtung Campingsite zurück. Wir wollen eine sehr lange Mittagsrast einlegen. Kurz hinter dem Larsens Camp liegt in einer Biegung  wie ein großer brauner Stein regungslos ein einsames Hippo mitten im Fluss. Es ist das erste und einzige Hippo, das wir hier sehen.

Nach einem kurzen Schlenker in Buffalo Springs, wo wir auch nur einen einzelnen Grevyzebrahengst sehen, treibt uns der Hunger schließlich kurz nach elf ins Camp zurück. Dort verbringen wir die schwüle Mittagszeit.

Wir braten unseren Tilapia. Dazu gibt es warmen Kartoffelsalat mit Gurke und Zwiebel. Danach nutzen wir die Zeit, für morgen das Hähnchenfleisch aus unserer allmählich nachlassenden Kühlung zu braten und einen Teil davon für einen Reissalat zu verwenden. So haben wir unser Abendbrot auch schon vorbereitet.

Heute kocht der Chef persönlich

Zwischendurch kommen immer wieder Tokos ganz nah ans Zelt, so dass wir diese schönen Vögel aus nächster Nähe betrachten und fotografieren können.  Irgendwann fällt mir allerdings ein, dass ich die CF-Card aus der Kamera entfernt habe, weil ich ja die Fotos im Netbook sichern wollte. Schade um diese wahrscheinlich einmaligen Toko-Bilder.

Auch die Meerkatzen wittern wieder Beute und obwohl wir alle unsere Sachen gut sichern und bewachen, gelingt es ihnen heute doch tatsächlich  eine Tüte Chashewkerne vom Tisch zu stibitzen.

Es ist den ganzen Tag schon stark bewölkt. Zwischendurch hören wir in der Ferne ein dumpfes Donnergrollen und kurz nach 14.00 Uhr beginnt es zu regnen. Das motiviert uns erst einmal nicht zu einem weiteren Gamedrive. Heute Nachmittag chillen wir ein bisschen – schließlich haben wir ja Urlaub.

Ein großer roter Truck  - „Das rollende Hotel“ - voll besetzt mit Touristen hält oberhalb auf dem Weg zur Campsite. Irgendwie verfolgen uns diese schrecklichen Fahrzeuge seit dem vergangenen Jahr. Glücklicherweise fährt der Fahrer nach einer kurzen Inspektion des Platzes weiter. Sie haben irgendeine Campsite gebucht und natürlich hoffen wir sehr, dass sie ihren Platz finden.

Um 16.00 Uhr fahren wir doch noch einmal raus –  weiterhin in der Hoffnung einen Leoparden, vielleicht auch Cheetas zu sehen.  Leider erfüllt sich diese Hoffnung auch heute nicht. Dafür beobachten wir eine Gruppe Netzgiraffen und... 

Immer wieder schön anzusehen...
die Netztgiraffen in Samburu

... entdecken im hohen Gras einen Hasen. Seine Tarnung ist exzellent und auch hier war es erst wieder nur eine winzige Bewegung, durch die wir auf das kleine Tier aufmerksam wurden.

Auf unserem Rückweg zur Campingsite verfolgt uns ein wunderschöner männlicher Ellipsenwasserbock mit seinen großen braunen Augen. Er ist gut zu erkennen an der weißen namengebenden Ellipse um den Schwanzansatz und dem weißen Streifen, der sich von der Kehle bis zum Ohransatz zieht. Seine langen nach vorne gerichteten Hörner sorgen für eine imposante und stolze Erscheinung.

 

Nach einem mäßig ereignisreichen Safaritag sind wir schon gegen 18.30 Uhr zurück im Camp. Da wir heute nicht mehr kochen müssen, nutze ich die Zeit und das Lagerfeuer, um zwei Körnerbrote für die nächsten Tage zu backen.

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