Der erste Safaritag mit Game-Drive

 

Nach einer guten und erholsamen Nacht treffen wir uns  mit Octavian am nächsten Morgen um 7.00 Uhr  am Eingang zum Camp. Mit den Mechanikern hat er schon mal einen Grundcheck des Autos durchgeführt (Wasser, Oel, Reifencheck, Reifendruck).

Da wir zu dieser frühen Stunde gerne auf ein Frühstück verzichten, bitte ich beim Koch noch schnell um kochendes Wasser für unsere Thermoskanne.

Um 7.30 Uhr verlassen wir das Mara Buffalo Camp mit dem Entschluss erst einmal bis mittags einen game-drive zu machen mit besonderem Blick auf Leoparden. Daher steuern wir  das Gebiet Leopard Gorge an. Hier in dieser von Felsen durchzogenen, mit Büschen und Bäumen bestandenen Gegend finden Leoparden ein ideales Gelände, um sich tagsüber zurückzuziehen oder ihre Jungen zu verstecken.

Bedingt durch diese guten Versteckmöglichkeiten ist es aber auch sehr schwierig, hier einen Leoparden zu entdecken.

Auf den rotbraunen Felsen flitzen flinke Geckos hin und her oder verweilen behaglich in der Morgensonne, den Kopf um jeden warmen Strahl bettelnd zum Licht gestreckt. Und überall aus Felsritzen lauern runde braune Augen, strecken sich neugierige spitze Näschen, liegen auf Felsvorsprüngen behäbig die braunen Klippschliefer. Die zahlreiche Anwesenheit dieser Tiere ist eigentlich ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich gerade kein Leopard in diesem Revier befindet.

Daher verlassen wir Leopard Gorge und suchen uns erst einmal ein schönes Frühstücksplätzchen.

Picknickplatz im Schatten der Baumkrone...
... und mit Blick in die weite Landschaft der Masai Mara

Nach einem stärkenden Frühstück in der schon gut wärmenden Morgensonne fahren wir  weiter und orientieren uns zunächst an einer größeren Gruppe Geier am Himmel. Ob sie wohl über einem Riss kreisen oder lediglich die warmen Aufwinde nutzen, um an Höhe zu gewinnen? Wir nehmen Kurs auf die Aas fressenden Vögel, werden aber nicht fündig und irgendwann sind die Geier verschwunden.

Für local guests - also einheimische Gäste - bietet das Mararianta Safarihotel sicher eine gute Übernachtungsmöglichkeit
Mararianta - Safarihotel
Diese Straße in Mararianta ist die Hauptverkehrsanbindung zum Oloololo-Gate von Narok über Aitong kommend und ist für jeden Fahrer eine echte Herausforderung
Hauptstraße durch Mararianta
In der Flamingobar treffen sich die Männer des Dorfes am Abend
Flamingobar mit Telefonzelle

Auf unserem weiteren Weg Richtung Mararianta – einem Dorf auf dem Weg zum Oloololo-Gate begegnen wir wieder großen Gnu- und Zebraherden. In der Ferne zieht eine Gruppe Elefanten vorüber, am Rande eines Wäldchens machen wir einige Giraffen aus, Hyänen schleichen – scheinbar gesättigt – vorüber und ein Straußenpaar zieht gemächlich durch das hohe grün-gelbe Gras.

Das Oloololo Gate

Um 12.00 Uhr erreichen wir das Oloololo Gate. Wir melden uns bei den Rangern und können gleich den schmalen Weg zur Campingarea hinunterfahren.

 

 

Unser Safarizelt

Auf dem großen Rund haben wir die freie Auswahl, denn es sind keine Zelte aufgebaut. Wir nehmen unseren bevorzugten Platz wie im letzten Jahr - mittig zwischen Duschen und Weg und mit einem freien Blick in die Mara.

Nun kommt unsere Premiere: Wir bauen zum 1. Mal unser neues Zelt auf. Das heißt erst einmal, alles ausladen, die Zeltplanen und Stangen sortieren. Der Aufbau geht recht zügig und einfach, bis… ja bis zur Installation des Vorzeltes. Doch wir bemerken recht schnell, dass wir

1. einige Stangen doch noch übersehen und

2. das vorhandene Gestänge vertauscht haben. Also tauschen wir einige Stangen aus und können nun auch das Vorzelt richtig anbauen. Eigentlich ziemlich einfach, wenn man weiß wie’s geht.

Nachdem das Zelt nun steht, betrachten wir es mit großer Zufriedenheit. Hier in diesem Zelt inmitten dieser wunderschönen Landschaft können wir es einige Zeit gut aushalten.

Jetzt wird auch der neue charcoal-oven noch eingeweiht, denn wir haben alle einen Riesenhunger. Schnell ist ein verspäteter Lunch zubereitet und verspeist. Nachdem dann auch in der "Küche" wieder klar Schiff ist, machen wir uns kurz nach 16.00 Uhr auf den Weg zu einem späten Game-Drive außerhalb des National Reserve. Wir halten noch einmal Ausschau nach Leoparden und Löwen - doch heute sollen wir damit kein Glück haben.

Dafür finden wir hinter Mararianta in einem kleinen Busch genügend gutes und trockenes Feuerholz für die nächsten Tage und laden das Auto erst einmal voll. Während Octavian und Joachim die schwere Arbeit erledigen, nähere ich mich mit der Kamera einer Giraffe am Rande des Busches.

 

 

Im nächsten Wäldchen treffen wir auf eine  Elefantenherde von etwa 15 Tieren - Elefantenkühe mit ihren Kälbern unterschiedlichen Alters. Wir stellen unser Auto an den Waldrand und beobachten in der nächsten Stunde die Herde beim Fressen. Irgendwann stehen wir mittendrin in dieser Herde.  Gemächlich und friedlich ziehen die Dickhäuter durch das Wäldchen, halten immer wieder an, um zu fressen und stampfen rechts und links und vor unserem Auto weiter in das offene Grasland. Wir könnten die Hand ausstrecken und diese gewaltigen Tiere berühren, so nah kommen sie uns. Doch wir verhalten uns lieber ganz still, rühren uns nicht, lassen die Videokamera laufen und genießen einfach nur diese tollen Eindrücke. Als die Herde vorüber gezogen ist, zeigt die Uhr bereits 18.30 Uhr. Nun wird es aber Zeit ins Camp zurückzufahren - wir haben immerhin noch 45 Minuten schlechte Wegstrecke zurückzulegen.

 

Um 19.30 Uhr kommen wir erst wieder zurück zum Campingplatz, denn wir haben uns noch einige Zeit genommen einen fantastischen Sonnenuntergang über der Weite der Mara zu beobachten. Das wechselnde Farbenspiel beim Untergang der Sonne ist einfach immer wieder ergreifend schön und auch in Afrika ist dies nicht jeden Tag zu sehen. 

Ein fantastischer
Sonnenuntergang beendet diesen
ersten Game-Drive in der Masai Mara

Während Joachim und Octavian das gesammelte Feuerholz ausladen und auch ein wärmendes Lagerfeuer errichten, bereite ich eine schnelle Abendmahlzeit zu. Ein paar Eier aus der Pfanne, Brot, frische Tomaten und gegrillter Mais müssen für heute Abend reichen.

Auch wenn es schon spät ist, gehe ich anschließend noch unter die Dusche. Da es hier keinerlei Beleuchtung gibt, erweisen sich unsere Kopflampen als wirklich gute Anschaffung.

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