Auf geht's in die Masai Mara

 

Um 7.00 Uhr ist bereits die Nacht zu Ende, denn wir wollen früh am Flughafen sein und dort hoffentlich zügig unseren Rucksack in Empfang nehmen. Auch das weitere Tagespensum lässt keinen zeitlichen Spielraum mehr zu. Am Vormittag müssen wir noch einige Bankgeschäfte und den Großeinkauf im Nakumatt-Markt (Aufstocken unserer Campingausrüstung und Einkauf von Grundnahrungsmitteln) erledigen.

Wir beschließen auf unseren Fahrten durch Kenia täglich den Kilometerstand unseres Landrovers festzuhalten. So lernen wir besser einzuschätzen, wieviel Zeit wir für welche Strecken benötigen und erhalten außerdem einen Überblick darüber, wieviel km wir insgesamt herumreisen.

Das Fahrerlager, durchaus auch geeignet für 2 Personen (z.B. Fahrer und Koch)
Octavian, unser Fahrer vor seinem Zelt

Um 8.00 Uhr sitzen wir also bereits in unserem Landrover – km-Stand 138.346 – und fahren zum Airport. Der Verkehr ist noch nicht so stark, so dass die Fahrt nur eine halbe Stunde dauert.

Unkompliziert wie wir nun mal sind, nehmen wir den uns bekannten Weg in die Ankunftshalle des Flughafengebäudes. Natürlich haben wir nicht mit der Genauigkeit des Flughafenwachpersonals gerechnet. Durch diese Tür gewährt man uns keinen Eintritt – schließlich ist das ja ein „Ausgang“! Der freundliche Wächter schickt uns zum Visitors- and Staff-Entrance. Dort erklärt man uns, dass wir erst einmal im Security Büro Besucherpässe beantragen müssen. Also machen wir wieder kehrt und marschieren bei der Security auf. Die netten Herren dort sind aber mal ganz unkompliziert und den Besucherpass gibt es ganz ohne Antragstellung. Wir hinterlegen lediglich unseren Reisepass. Nun müssen wir nur noch die Sicherheitsschleuse am Visitors-and Staff-Entrance passieren und schon … sind wir drin.

Am Baggage Schalter hilft uns eine Mitarbeiterin auch gleich weiter, schaut zwischen all den herrenlosen Gepäckstücken, die zahlreich neben jedem Gepäckband gestapelt sind, nach unserem Rucksack. Joachim sucht inzwischen das laufende Gepäckband der gerade gelandeten Maschine aus Amsterdam ab. Doch nirgends ist mein Rucksack dabei. Wir sind nicht gerade guter Hoffnung und überlegen schon, was wir machen, wenn mein Gepäck jetzt nicht auffindbar ist. Wir wollen auf jeden Fall heute in die Mara . Das bedeutet, dass wir spätestens um 11.00 Uhr losfahren müssen, um noch vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen und das Zelt aufzubauen. Die Zeit läuft uns jetzt schon davon.

Verzweifelt laufen wir alle Gepäckbänder ab – auch wenn das unsinnig erscheint. Doch siehe da… ! Nach einer ¾ Stunde kommt doch tatsächlich mein Rucksack auf dem Band der Maschine aus Dubai gemütlich angerollt.

Wir fragen nicht mehr nach dem Wieso und Warum, unterschreiben schnell den Empfang und hoffen nur, dass wir jetzt auch wieder ohne weitere Gepäckkontrolle hinauskommen. Das klappt perfekt und auch unsere Reisepässe erhalten wir zügig zurück.  

Für den Weg in die Stadt zur National Bank in der Harambee Road brauchen wir eine gute Stunde. Der Verkehr ist so dicht, dass es teilweise nur stopp ’n go geht. Leider kosten uns die Bankgeschäfte Dank der kenyanischen pole-pole-Gemütlichkeit noch einmal eine gute Stunde.

So sind wir erst um 11.30 Uhr im Nakumatt Markt. Dort kaufen wir alles was wir an haltbaren Lebensmitteln für die kommenden 14 Tage benötigen. Außerdem brauchen wir ja noch eine gute Campingausstattung: Geschirr, Töpfe, Pfannen, Kochbesteck, Kochmöglichkeit, eine große Kühlbox sowie Zelt, Schlafsack und Matraze für Octavian.

Endlich um 13.00 Uhr machen wir uns auf den langen Weg in die Masai Mara. Nach gut 3 ½ Stunden und 120 km legen wir einen Zwischenstopp in Narok ein. Dort decken wir uns auf dem Markt mit frischem Gemüse und Obst ein, Octavian handelt noch um einen Kerosin-Stove und auf unserem weiteren Weg halten wir noch einmal kurz an, um einen Sack Holzkohle für unseren Charcoal-Ofen zu kaufen.

Es ist mittlerweile 17.30 Uhr und bis zum Oloololo-Gate brauchen wir noch mindestens 2 – 2 ½  Stunden Fahrtzeit. Wir überlegen schon, wie wir im Dunklen das Zelt aufbauen sollen. Schließlich ist es nagelneu und das 1. Mal, dass wir es überhaupt benutzen.

Die Fahrt auf den mit Schlaglöchern gespickten  Holperwegen in der Dunkelheit ist auch nicht gerade erquickend. Immer wieder tauchen Zebra- oder Gnuherden plötzlich im Scheinwerferlicht auf. Wir entscheiden schließlich kurz vor 20.00 Uhr das nahegelegene Mara Buffalo Camp (ein Camp des African Safari Clubs) anzufahren und hoffen, dass wir dort übernachten können. Um 20.15 Uhr sind wir dort und der Manager (bereits der dritte nach unserem Urlaub im Jahr 2006) erklärt uns, dass wir selbstverständlich einen Bungalow haben können. Das Camp hat gerade mal 30 Gäste, ist somit nur zu 1/3 belegt und „kämpft um’s Überleben“.  Das hat natürlich auch mit den Auswirkungen der politischen Unruhen in Kenya Anfang des Jahres zu tun - der Tourismus hat einen empfindlichen Einbruch erlitten. Aber auch der ASC steht als Reiseveranstalter so heftig in der Kritik, dass weder die Camps noch die Hotels an der Küste gut besucht sind.

Wir greifen tief in unsere Reisekassentasche und zahlen für den Bungalow 150 €. Dafür darf Octavian aber im Fahrerlager kostenlos logieren und unser Auto steht über Nacht im Carpark des Camps auch sicher.

Am Lagerfeuer genießen wir noch eine Stunde die Geräusche der afrikanischen Nacht, blicken in den klaren Sternenhimmel und lauschen auf das Gegrunze der Hippos im angrenzenden Mara River.

Es ist einfach nur schön, wieder in Kenya, hier in der Masai Mara zu sein!

 

Den Eingang des Mara Buffalo Camps ziert ein Büffelschädel
Eingang zum Mara Buffalo Camp
Die Bungalows sind nicht luxuriös, aber sehr sehr gemütlich, und erinnern ein wenig an alte, längst vergangene Zeiten
Bungalow im Mara Buffalo Camp