Reise nach Tanzania

Samstag, den 6.3.2010

 

Um 10.00 Uhr haben wir endlich das Auto fertig gepackt, Wasservorräte aufgefüllt und gut gefrühstückt. Im Nakumatt Prestige kaufen wir noch einiges für unsere Ausrüstung und füllen den Kasten Tusker noch mal auf. Nebenan im Autoshop fragen wir nach einem Inverter. Sie haben leider keinen, aber im Woolmaart auf der Kenyatta Rd. soll es welche geben. Der Verkäufer zieht unter der Ladentheke das Gerät unseres Begehrens hervor. Er hat es sich vor einer Woche selbst dort gekauft. Es ist noch original verpackt und hat lt. Preisschild 3350 Kshs gekostet. Da wir weder Zeit noch Lust haben mitten in die City zu fahren, schwatzen wir dem Verkäufer das Gerät für 3800 Kshs ab. Er ist zufrieden, weil er ein gutes Geschäft gemacht hat und wir freuen uns, dass wir nun endlich unterwegs unsere diversen Geräte (Akkus, Netbook, Kamera etc.) wieder aufladen können. Außerdem sparen wir im Vergleich zu einem deutschen Gerät etwa 12€ und gehen nicht das Risiko ein, im Woolmaart keinen Inverter zu bekommen.

Um 11.00 Uhr machen wir uns dann endgültig auf den Weg nach Namanga. Wir wollen versuchen, nach Tanzania zu kommen, sind uns aber einig, dass wir nach Amboseli  weiterfahren, falls die Grenzformalitäten mit unserem in Kenya zugelassenen Auto zu schwierig sein werden.

Wir fahren die A104 Richtung Mombasa, folgen in Athi River links dem weiteren Verlauf dieser Straße, d.h. so wollen wir fahren. Leider verpassen wir in Athi River den Abzweig, der wegen der im Bau befindlichen neuen Straße um einige Kilometer vorverlegt ist. Der Navi zeigt erst wesentlich später in Richtung Namanga an, doch dort ist die Abbiegespur versperrt. Also drehen wir und hoffen eine Abbiegemöglichkeit zu finden. Wir irren ein bisschen auf der „road under construction“ herum. Zwei Straßenworker zeigen uns den Weg und… führen uns direkt in ein tiefes Schlammloch.

Tiefer kann man wohl nicht (ein)sinken
Ohne die Hilfe der Worker kommen wir hier erst mal nicht raus
Aber ganz schnell versammeln sich zahlreiche Helfer und viele Hände packen mit an...

O weh, wir stecken richtig böse fest. Der Wagen versinkt hinten bis zum Kofferraum im Modder und natürlich kommen wir weder vor- noch zurück. Knietief im Schlamm versunken,  versuchen die beiden Jungs uns mit einer Schaufel frei zu graben und legen schwere Steine vor und hinter die Räder.  

... doch graben kann immer nur einerber alle anderen
Alle anderen suchen große Steine, mit denen wir das Loch unter den Reifen füttern können

Ein erneuter Versuch aus dem Schlamm herauszufahren endet schnell erfolglos. Wir brauchen den Wagenheber. Doch der ist hinten im Laderaum und da kommen wir zur Zeit nicht dran. Also versucht Joachim ihn über den Innenraum des Fahrzeugs zu erreichen, was ihm nach einer geraumen Zeit schließlich auch gelingt. Um überhaupt eine Standfläche für den Wagenheber zu bekommen hieven die Männer einen großen flachen Stein unter das Auto und stemmen den Wagen schließlich mit 2 Mann so hoch, dass wir das Schlammloch großzügig mit Steinen auslegen können.

Anschließend wird der Wagen wieder abgelassen und Joachim startet einen 2. Versuch aus dem Modder herauszufahren. Diesmal gelingt es! Schon wieder sind wir völlig verdreckt und verschwitzt. Wir geben jedem der 3 Guys 200 Kshs. Sie waren zwar nicht ganz unschuldig an unserer misslichen Lage, haben aber immerhin auch schwer gearbeitet, um uns wieder frei zu bekommen. Diese ganze Aktion hat uns immerhin eine knappe Stunde gekostet. So sind wir erst um 15.30 Uhr in Namanga an der Grenze zu Tanzania. Von dort sind es noch mal etwa 110 km bis Arusha, dem Tor zur Serengeti.

Jane, die am kenyanischen Grenzposten arbeitet, wird für uns abgestellt, uns bis zur tanzanischen Grenze  durch alle Formalitäten zu geleiten:

  • 1.     Permit for the temporary   exportation of Kenya Registered Road Motor (neben verschiedenen Angaben zum Fahrzeug müssen hier auch Aus- und Einreiseport angegeben, das Original – Logbook vorgelegt und eine Kopie desselben hinterlegt werden).
  • 2.       Migration (Ausreisekarte Kenya, Exitstempel im Reisepass)
  • 3.       Yellow Card (= KFZ-Auslandsversicherung, erledigt Jane’s Chef für uns und kostet 4500 Kshs)
  • 4.       Declaration, dass unser Fahrzeug in Tanszania eingeführt wird ( erledigt Joachim, während ich schon mal mit Jane zur 5. und vorletzten Station laufe). Bei der Declaration findet auch eine kurze Fahrzeugkontrolle statt. Kein Mensch bemerkt, dass die tatsächliche Farbe des Landrovers nicht mehr mit der im Logbook angegebenen übereinstimmt.
  • 5.       Immigration (Einreisekarte Tanzania, Zahlung von 50 US$ p.P. für das Visum , Einreisestempel in den Pass  – wird problemlos auch in Abwesenheit von Joachim erledigt) Jane gibt mir den Tipp, dass bei einem Aufenthalt von max. 7 Tagen keine Fees für das Fahrzeug anfallen.
  • 6.       Signbook (Namen, Nationalität, Kennzeichen etc. werden eingetragen und mit Unterschrift die Ausreise bestätigt)

Jane erledigt ihren Job wirklich sehr engagiert und so kommen wir ganz schnell und stressfrei nach Tanzania. Als wir uns von ihr verabschieden, geben wir ihr 500 Kshs für ihre Unterstützung. Um Punkt 16.30 Uhr reisen wir in Tanzania ein und fahren weiter auf der A 104 bis Arusha, das wir hoffentlich in 1,5 bis 2 Stunden erreichen werden.

Die Straße ist weiterhin schrecklich. Rote staubige Piste wechselt mit schlaglochreicher Teerstraße ab.

Landschaftlich zeigt sich Tanzania in sattem Grün. Gleich links neben der Straße erhebt sich der Mt. Longido und schon bald haben wir direkt vor uns den Mt. Meru, dessen Gipfel jedoch in eine dicke Wolke gehüllt ist.  

Um 18.30 Uhr sehen wir rechts an der Straße, etwa 5 km vor Arusha die New Leisure Safari Lodge. Wir halten an und fragen nach dem Preis für eine Übernachtung. Doch 55 US$ für das Doppelzimmer (45 US$ Singleroom) ist uns zu teuer. Auch wenn diese sehr schöne Lodge ihren Preis wert und erst seit dem 26.2.2010 eröffnet ist, sind wir sicher in Arusha noch eine gute, aber günstigere Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Gleich an der ersten Ampel in Tanzania stellen wir fest, dass diese nicht senkrecht, sondern waagerecht hängen.

Mit Hilfe des Navis finden wir das William’s Inn. Hier zahlen wir 25 US$ incl. Frühstück für eine Nacht. Das Zimmer ist nicht luxuriös, aber es genügt unseren bescheidenen Ansprüchen.

Nach einer ausgiebigen, leider nur kalten Dusche (man sollte einfach mal den entsprechenden Schalter einschalten), unternehmen wir nichts mehr, sondern essen noch eine Kleinigkeit auf dem Zimmer, beschäftigen uns mit unserer Tanzania-Literatur und gehen kurz vor Mitternacht schlafen.