Abflug auf den schwarzen Kontinent

Donnerstag, den 25.2.2010

Heute ist es endlich wieder soweit. Einen langen und strengen, für Deutschland ungewöhnlich schneereichen Winter hinter uns lassend, machen wir uns um 5.30 Uhr auf den Weg zum Flughafen Düsseldorf.  Von dort startet  ein Zubringer  der British Airways um 7.15 Uhr nach London und um 10.05 Uhr geht es dann nonstop mit der Boing 777 weiter nach Nairobi. Der Non-Stopp-Flug überzeugt uns ja nicht wirklich – lieber fliegen wir mit einer Unterbrechung nach etwa der Hälfte der Strecke, z.B. mit Turkish Airlines in Istanbul oder mit Egypt Air in Kairo. Doch wie immer ist auch bei unserer 7. Kenyareise der Flugpreis ein entscheidendes Kriterium für oder gegen eine Fluggesellschaft. Und so haben wir uns im November letzten Jahres bei einem Preis von 480€ p.P. online für British Airways entschieden.

Beim Einchecken stellt die Dame am Schalter sich ein bisschen sehr pingelig an. Die Waage zeigt bei Joachims Rucksack 1,5 kg zu viel Gewicht an, während ich mit meinem Gepäck deutlich unter der Freigrenze bleibe (- 4kg!!!). Wir müssen nun tatsächlich unsere Rucksäcke noch so umpacken, dass beide Gepäckstücke unter die Freigrenze fallen. Nachdem die Rucksäcke gecheckt sind, bekommen wir sie wieder zurück, denn in Düsseldorf müssen wir sie am Sondergepäckschalter aufgeben.  Also entfernen wir uns erst mal ein Stück vom Check-in-Schalter und packen eine Kiste mit Schrauben und eine weitere mit Schlauchklemmen wieder zurück, denn ich befürchte, dass der Reißverschluss an meinem Trekkingrucksack dem Druck sonst nicht stand hält. Danach geben wir beide Rucksäcke am Sondergepäckschalter ab und machen uns nun auf den Weg zur Sicherheits- und zur Zollkontrolle. Wir sind erleichtert, dass niemand unser reichhaltiges Handgepäck, besonders den großen Fotorucksack reklamiert.

Die Maschinen nach London und nach Nairobi sind ausgebucht und da wir wegen eines Fehlers im System nicht von zu Hause schon online einchecken und eine Platzreservierung vornehmen konnten, haben wir weder auf dem kurzen innereuropäischen Flug noch auf dem Flug nach Nairobi unsere Sitze nebeneinander.  Das ist sicher nicht ganz so schön, aber durchaus zu verkraften.

Der Aufenthalt in London Heathrow ist kurzweilig. Wie auf jedem internationalen Flughafen gibt es auch hier viele Shops, die zum Bummeln einladen. Unser Kaufrausch liegt allerdings angesichts der Preise bei Null!

Im Flieger London-Nairobi können wir dann kurz vor dem Start der Maschine doch noch nebeneinander Platz nehmen, da andere Fluggäste ihre Plätze getauscht haben. So sitzen wir nun zum ersten Mal im Mittelgang. Auch da fliegt es sich nicht anders als auf einem Fensterplatz.

Der Flug verläuft ohne Turbulenzen, der Service ist gut, die Sitzreihen haben einen erträglichen Abstand und die Mahlzeiten schmecken nicht besser oder schlechter als bei anderen Fluggesellschaften auch.

Als wir um 21.30 Uhr in Nairobi landen, sind wir einfach nur froh, endlich den Flieger verlassen zu können. Wie immer scheint es auch dieses Mal ein Problem zu geben, die Passagierbrücke an die vordere Türe anzubringen. So wird nach einiger Zeit die hintere Türe geöffnet. Wir verlassen das Flugzeug über die Treppe und laufen den schon bekannten Weg quer über das Flugfeld ins Flughafengebäude hinein bis zum Einreiseschalter. Unsere Papiere haben wir wie immer zu Hause ausgefüllt. Auch dieses Mal benötigen wir lediglich unsere Pässe, die blaue „Entry Declaration“-Karte, den Visa-Antrag und 25 US$ Visa-Gebühr.  Nach dem Schweinegrippen und Zollformular fragt kein Mensch. Innerhalb von 5 Minuten haben wir unseren Einreisestempel im Pass und nach kurzer Zeit am Gepäckband rollen auch schon unsere Rucksäcke an. Vor dem Ausgang müssen wir noch durch eine letzte Pass- und evt. Gepäckkontrolle durchlaufen. Doch noch nie wollte jemand unser Gepäck durchsuchen und auch dieses  Mal wünscht uns der Beamte nach einem kurzen Blick auf unsere Visa „Enjoy your safari“.

Draußen wartet schon Daniel, der uns mit seinem Taxi zu Elvira bringt. Es ist erst kurz nach 22.00 Uhr. Für uns von der Kälte gequälten Europäer ist es draußen noch angenehm warm, doch Daniel ist mit einer warmen Jacke und Mütze schon wieder winterlich verpackt.  Wie mag er sich wohl in unserem kalten Heimatland fühlen?

Eine halbe Stunde später begrüßt uns Elvira und ihre vier Hunde sind völlig aus dem Häuschen. Besuch wird hier immer mit einem großen (Bell)Konzert empfangen. Nachdem sich die Vierbeiner etwas beruhigt haben, traut sich auch Daniel aus dem Auto und holt das Gepäck aus dem Kofferraum. Wir bezahlen die Fahrt, verabschieden uns von ihm und tragen unsere Klamotten mit Elviras Hilfe ins Haus.

Ziemlich müde und gerädert vom stundenlangen Sitzen im Flieger holen wir nur noch Käse und Wurst aus dem Rucksack und packen beides in den Kühlschrank. Ganz kurz besprechen wir mit Elvira den Tagesplan für morgen  bevor wir gegen 23.30 Uhr schlafen gehen.

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