Im Nairobi Nationalpark

Montag, 16.August 2010

Nur etwa 7 km vom Stadtzentrum Nairobis entfernt liegt der Nairobi Nationalpark, Kenyas erster und damit ältester Nationalpark, der 1946 eröffnet wurde. Mit 117qkm ist dieser Park sehr klein.

Etwa 100 Säugetierarten und ungefähr 500 Vogelarten kann der Tier- und Naturfreund hier beobachten.

Der Park hat nur nach Süden hin durch den Mbgathi-River eine offene, natürliche Grenze, welche die Wanderung der Huftiere ermöglicht. Zu allen anderen Himmelsrichtungen und somit auch zur Stadt hin, wird der Park durch einen Zaun begrenzt.

Wir waren nun schon oft in Kenya. Jedesmal ist Nairobi unsere Basis und Ausgangspunkt unserer Safaris. Heute nutzen wir nun endlich einmal den Tag, um auch den Nairobi Nationalpark kennenzulernen.
Wir fahren um 7.30 Uhr los und treffen pünktlich zur Öffnung des Parks um 8.00 am Maingate ein. Der Eintritt kostet 40 US$ pro Person und für unser Auto bezahlen wir die obligatorischen 1000 Kshs.

Trotz seiner geringen Größe hat der Nairobi Nationalpark eine vielfältige Tierpopulation. Elefanten gibt es dort allerdings nicht. Dafür ist der Park aber ein erfolgreiches Schutzgebiet für Spitzmaulnashörner. Außerdem gibt es dort Löwen, Leoparden, und Geparden.

Bei unserem Besuch heute sehen wir gleich eine kleine Gruppe Löwenweibchen die zunächst im Gras liegend ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Ruhen und Schlafen.

Irgendwann, nachdem wir schon überlegt haben weiterzufahren, erheben sich die Löwendamen. Etwas hat wohl ihre Aufmerksamkeit geweckt. Sie schauen konzentriert in eine Richtung. Wir erkennen den Grund ihres Interesses in dem hohen Gras nicht.

Als sie in die Richtung ihres Verlangens laufen, folgen wir ihnen in gebührendem Abstand soweit der Weg reicht. Die Löwinnen laufen in Richtung eines kleinen Flüsschens. Dort steht zwischen Buschwerk und Bäumen am Ufer ein Büffel und trinkt. Ob sie seine Witterung aufgenommen haben? Auch der Büffel scheint die Löwinnen bemerkt zu haben. Er blickt aufmerksam um sich und bewegt sich dann vorsichtig von den Löwinnen weg. Nur kurze Zeit später sehen wir die Löwen in dem hohen Gras nicht mehr und beschließen weiterzufahren.
Auch Flusspferde sind hier beheimatet. Allerdings sichten wir keine, nicht mal am Hippopool, den wir zu Fuß mit einem Ranger erkunden. Dafür halten sich dort jede Menge Baboons auf, die nicht gerade zu unseren Lieblingstieren zählen.

  • Pavian im Nairobi Nationalpark - ihm entgeht nichts

 

Pastellfarbene Schmetterlinge tanzen in der Luft, setzen sich kurz auf einen Busch und fliegen gleich darauf auch wieder davon.

 

Ein Malachit Kingfisher sitzt am Ufer auf einem Zweig und stürzt immer wieder kopfüber ins Wasser, um sich eine Beute zu schnappen. Was er genau aus dem Wasser fischt, können wir leider nicht erkennen. Die Entfernug ist zu groß.

Malachit-Kingfisher

Gut versteckt, aber doch nicht gut genug, raschelt im dichten Grün ein Buschbock, der uns Zweibeiner mit seinem Blick verfolgt.

Nach der kleinen Wanderung mit dem Ranger fahren wir weiter und entdecken eine Massaigiraffe, die uns besonders durch ihren sehr hellen Kopf auffällt.

 

Zur weiteren Tierpopulation hier im Nairobi Nationalpark gehören auch Elands, Impalas und Thomson Gazellen, ebenso wie Gnus, Steppenzebras und Kaffernbüffel.
Neben dem Malachit Kingfisher sehen und erwischen wir fotografisch einigermaßen akzeptabel von den etwa 500 Vogelarten noch …

... den weit verbreiteten Schweiflanzstar,...
...den Lovebird...
...und den mit einer Länge von ungefähr 10 cm auffallend kleinen Cistensänger, ein Singvogel, der zur Ordnung der Sperlingsvögel gehört.

 

Auch eine Straußenfamilie stolziert durch das hohe Gras. Die großen Laufvögel zeigen uns aber die „kalte Schulter“, wenden sie sich doch zumeist von uns ab und vergrößern die vorhandene Entfernung gemächlich aber stetig.
Der größte Teil des Nairobi Nationalparks besteht aus Savannenlandschaft mit offenen Grasflächen und lichtem Akazienbestand. Es gibt aber auch ein Hochland mit ausgedehnten Olivenwäldern, Calodendrumbäumen und Croton-Sträuchern.

Nairobi Skyline

 

Wir verlassen den Nairobi Nationalpark am frühen Nachmittag. Es ist sicher ein nettes Ausflugsziel in der Millionenstadt Nairobi, aber wirkliches Safarifeeling und Begeisterung hat diese Exkursion bei uns nicht geweckt.
Am Nakumatt Karen halten wir auf dem Rückweg noch einmal an. Dort gönnen wir uns einen Cappuccino mit Kuchen, bevor wir zu Elvira zurück fahren. Ich ziehe mich zu einem kleinen Nickerchen ins Bett zurück, denn schließlich wollen wir ja heute Abend im Restaurant Kengeles in einen 50. Geburtstag hinein feiern.

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