Der letzte Gamedrive

Mittwoch, den 3.3.2010


Um 6.30 Uhr erleben wir einen ersten wirklich schönen Sonnenaufgang seit unserer Zeit hier im Samburu.

Wir wollen wir gerade zur Frühpirsch hinaus fahren, als die Jungs vom Nachbarcamp kommen und uns um Starthilfe bitten. Bereitwillig ziehen wir den Minibus den Weg hoch und schleppen ihn bis zum Gate, doch der Motor des Vans springt nicht an. Wir versuchen, mit dem Starthilfekabel die Batterie zu überbrücken und helfen auch noch mit einer Sicherung aus. Leider bleibt unsere Hilfe erfolglos. Das komplette Relais scheint defekt zu sein. Seine drei jungen Safarigäste hat der Fahrer gleich schon in einem anderen vorbeikommenden Lodgefahrzeug zur Frühpirsch mitgegeben.

Nun – was soll‘s – wir kommen so mal wieder nur zu einer späteren Frühpirsch erst um 7.45 Uhr los. Auch heute ist unser Leoparden-Gamedrive nicht von Erfolg gekrönt.

Nach dem  Frühstück fahren wir nach Buffalo Springs rüber. Abseits der holperigen Main Road suchen wir nach einem befahrbaren Weg zu den Quellen. Wir sehen wieder mehrere große Gruppen Netzgiraffen und neben einem einzelnen Grevyzebra die hier selten vorkommenden Burchell’s – oder auch Steppenzebras. Diese haben wesentlich breitere ins bräunlich gehende Streifen und Unterbauch und Beine sind komplett gestreift.

Burchell's- oder Steppenzebras
In Buffalo Springs lebt eine sehr kleine Gruppe dieser sonst in Kenya weit verbreiteten Zebraart

Wer hier schnell von A nach B kommen will, keine Pfadfinderambitionen hat und auch nicht den kleinen Forscher oder Entdecker in sich spürt, sollte einfach die Main Road fahren.  Der Weg zu den Quellen ist uns versperrt, denn der starke Regen der letzten Tage hat viele Wege so sehr versumpft, dass sie unbefahrbar sind. Joachim steigt immer mal wieder aus und prüft kleine Flussläufe, Modderlöcher und Pfützen auf ihre Durchfahrbarkeit. 

Einen Stuck wollen wir natürlich auch nicht riskieren, zumal hier fast keine Fahrzeuge unterwegs sind,  die uns im Notfall helfen könnten.

Dieses Matschloch umfahren wir lieber weitläufig, denn wenn wir uns hier festfahren, haben wir in den nächsten Stunden viel zu graben.

Insgesamt ist nicht viel los und so fahren wir zum Mittagessen und Relaxen zur Campsite zurück. Am Nachmittag suchen wir den Mechaniker  in der benachbarten Samburu Lodge auf. Irgendetwas klappert ganz fürchterlich an unserem Auto. Erfreulicherweise ist es kein großes Problem. Lediglich am inneren Radlaufblech haben sich ein paar Schrauben verselbstständigt. Der Mechaniker fixiert das Blech mit neuen Schrauben, die wir – ebenso wie das entsprechende Werkzeug -  selbstverständlich dabei haben. Für die Arbeit zahlen wir 500 Kshs. Mehr war sie leider auch nicht wert, denn schon auf dem kurzen Rückweg zur Campsite rappelt und klappert das Blech schon wieder.

Da es während unseres Aufenthalts in der Werkstatt schon wieder heftig geregnet hat, verspüren wir wenig Lust noch mal zu einem Gamedrive rauszufahren. So sind wir schon um 17.00 Uhr im Camp und nutzen unsere frühe Rückkehr dazu, schon mal wieder etwas Ordnung in unser Auto und ins Zelt zu bringen. Morgen früh bauen wir ab und fahren erst einmal nach Nairobi zurück. Schließlich liegt ja irgendwo in dem großen Times Tower noch ein Logbook, dass wir zwingend haben wollen!

Gemütlich am Lagerfeuer bei unserem Biercocktail sitzend beobachten wir am gegenüberliegenden Flussufer zwei Netzgiraffen. Sie kommen aber nicht zum Trinken an den River herunter.

Gegen Abend schwillt der Fluss wieder gut an und die Fließgeschwindigkeit des Wassers verursacht ein enormes Rauschen. Da die sanitären Anlagen hier mal wieder ohne Wasser sind, fällt die dringend erforderliche Dusche leider aus. Wir haben aber aus Nairobi genügend Wasser in Kanistern mitgenommen, so dass wir die gute alte Waschschüssel füllen und unsere Körperwäsche wie zu Großmutters Zeiten vollziehen. Schließlich wollen wir doch morgen im Times Tower in Nairobi sauber gewaschen und gekämmt auflaufen.

weiter